„Mit dem Handel und den Fabriken will es dahier noch nicht recht fort“. Wirtschaft und Verkehr im frühneuzeitlichen Koblenz

Datum
Dienstag, 08.05.2012
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Michael Koelges M. A., Koblenz

Der Rheinreisende Joseph Gregor Lang, später Pastor in Neuendorf, beschreibt 1789 den wirtschaftlichen Zustand der kurtrierischen Residenzstadt Koblenz mit den im Titel zitierten Worten und bedauert, dass die Situation trotz der Lage an zwei Flüssen nicht günstiger sei. Wie war es tatsächlich um Handel und Gewerbe in Koblenz bestellt? Der Vortrag untersucht – wegen der Dichte der Quellenüberlieferung vornehmlich für das 18. Jahrhundert –, inwieweit Langs Urteil zutrifft. Funktion und Entwicklung von Handwerk, Zünften und Manufakturen, die Rolle des Klein- und Lokalhandels mit Zollerhebung, Stapelrecht, städtischem Kaufhaus, Jahr- und Wochenmärkten sowie des Güterumschlags an den Flusskranen, aber auch der Fernhandel und die Schifffahrt auf Rhein und Mosel werden näher vorgestellt. Somit entsteht in der Tat das Bild einer kleinräumigen städtischen Wirtschaft, die einerseits nur für das unmittelbare Umland eine gewisse Bedeutung erlangte, andererseits fast völlig auf die Bedürfnisse einer geistlichen Residenzstadt ausgerichtet war: der in der Stadt ansässige Adel, die zahlreiche Klerikerschaft und die kurfürstliche Hofhaltung (zunächst in Ehrenbreitstein, ab 1786 dann in Koblenz) stellten die wichtigsten wirtschaftlichen Nachfragefaktoren dar.


Die Zuhörer erwartet ein kenntnisreicher Vortrag zur Koblenzer Stadtgeschichte; auch Nichtmitglieder des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins (VGKM) sind dazu herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr. 1/3, 56068 Koblenz