Widerstand im Rheinland 1933 - 1945

Datum
Dienstag, 01.02.2011
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Helmut Rönz, Bonn

Das Rheinland war bis 1933 kein genuines Kerngebiet der nationalsozialistischen Bewegung. Der katholische Teil der Bevölkerung war bis 1933 mit großer Mehrheit im Verbandskatholizismus verankert – die Wahlergebnisse der NSDAP waren im Vergleich zu anderen Regionen des Reiches schwach. Ebenso erwies sich neben dem katholischen auch das (sozialistische) Arbeitermilieu – besonders in der Ruhrregion – bis zur Machtergreifung als weitgehend resistent (Bracher). Agierten Arbeiterschaft, Gewerkschaften und Kirche auch nach 1933 im Rheinland vergleichsweise geschlossen „zwischen pragmatischer Befürwortung, Anpassung und Widersetzlichkeit“ gegenüber der NS-Diktatur, so gab es auch Organisationen und Gruppierungen, Milieus und Teilgesellschaften, die aufgrund ihrer Geschichte und Struktur anfälliger für nationalsozialistische Einbrüche waren. Das Verhalten der Bevölkerung und der gesellschaftlichen Gruppen im Rheinland war also vor und nach 1933 different. Trotzdem bildeten sich schon bald nach der Machtergreifung vielerorts Widerstandsgruppen, die sich aus unterschiedlichen Motiven und Motivationen speisten. So war auch im Rheinland der Widerstand im Dritten Reich breit gefächert und reichte von passiver Resistenz, non-konformem Verhalten, situativer Widersetzlichkeit bis zu offenem, organisiertem auch gewaltsamem Widerstand.


Die zahlreichen Facetten des Widerstandes im Rheinland (= Rheinprovinz) werden seit 2009 in dem LVR-Projekt „Widerstand im Rheinland 1933-1945“ qualitativ und quantitativ erforscht. Nach einem zu erstellenden Fragenkatalog wurden und werden die Widerstandsgruppen erfasst und nach verschiedenen Gesichtspunkten (Herkunft, Gruppengröße, Intensität, ideologische Positionierung usw.) aufgearbeitet. Im Vortrag wird der Referent und Leiter des Widerstandsprojektes Helmut Rönz eine Einführung in die rheinische Widerstandsforschung geben und erste Teilergebnisse vorstellen.


Gäste sind willkommen. Anschließend Gesprächsrunde.

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstraße 1/3, 56068 Koblenz