Die Treverer und das Pferd in archäologischen Zeugnissen des Koblenzer Raumes

Datum
Dienstag, 02.06.2009
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag mit Bildern von Simone Martini, Universität Trier

In seinem Werk „Der Gallische Krieg“ äußert sich der römische Feldherr Gaius Julius Caesar bewundernd über die Reiterei der Treverer. Doch nicht nur die Schriftquellen, sondern auch die Funde und Befunde geben Aufschluss über die enge Verbindung zwischen diesem keltischen Stamm und dem Pferd.
Die Treverer, die auf dem Gebiet der heutigen Länder Belgien, Frankreich, Deutschland und Luxemburg siedelten, wurden mit der römischen Okkupation in das Imperium Romanum eingegliedert, nahmen jedoch ihrerseits auf die römische Kultur Einfluss. Das Pferd und auch die Equiden Esel, Maultier sowie Maulesel spielten dabei in den verschiedenen Bereichen des Lebens, in Militär, Wirtschaft, Kult und Religion, aber auch in der Mußezeit, eine bedeutende Rolle.
Gerade dem Koblenzer Raum entstammt Fundmaterial, welches die Beziehung Treverer-Pferd bereits vor der römischen Eroberung belegt. Darüber geben Wagenbestattungen wie jene aus Kollig, Urmitz, Plaidt und Thür Aufschluss. In der Folgezeit werden die Bestattungen mit Wagen durch Gräber mit Elementen des Reitens wie Sporen und einzelnen Trensen abgelöst. Diesen Wandel vom wagenfahrenden zum reitenden Treverer zeigt die Bestattung von Heimbach-Weis, deren Beigaben auf beide Aktivitäten hindeuten. Zudem weist die Bestattung germanische Elemente auf. „Reine“ Reitergräber schließlich liegen aus Kollig und Thür vor.
Mit fortschreitender Romanisierung zeugen Reiterkampffriese und Reitergrabsteine aus dem Koblenzer Raum von der militärischen Nutzung des Pferdes. In späterer Zeit werden die Equiden auch vor der gallo-römischen Erntemaschine (vallus) eingesetzt, die besonders oft im Treverergebiet belegt ist. Die Verehrung der Epona, der Schutzgöttin der Pferde und all jener Personen, die mit diesen Umgang pflegten, ist in Andernach und Wederath-Belginum sicher bezeugt. Der Kult der göttlichen Zwillinge, der Dioskuren, mit ihren Pferden ist in Koblenz selbst nachweisbar. Der Einsatz des Pferdes bei Wagenrennen im Circus und die berittene Jagd letztlich belegen die Nutzung der Tiere für die Freizeitgestaltung.

Anschließend Gesprächsrunde

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstraße 1-3