Als Moselwein noch Modewein war. Über preußische und andere Weinbaukarten aus alter Zeit

Datum
Dienstag, 03.05.2011
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Daniel Deckers, Frankfurt

Was in diesem Jahr die Bundesgartenschau, das war im Koblenz des Jahres 1925 die erste „Reichsausstellung Deutscher Wein“: Für einen Sommer sollte die Stadt am Zusammenfluss von Mosel und Rhein im Mittelpunkt überregionaler Aufmerksamkeit stehen. Noch heute erzählt das „Koblenzer Weindorf“ von der Zeit, als das Bekenntnis zum deutschen Wein und zu Preußen auch ein Akt des Protestes gegen die französischen Rheinland-Besatzer war.

Freilich diente die Reichsausstellung in politisch und wirtschaftlich unruhiger Zeit auch der Erinnerung an den kometenhaften Aufstieg zu einem Wein von Weltruf, den der deutsche Riesling während der Kaiserzeit genommen hatte. Mit dem Krieg 1914 - 1918 war diese belle époque unwiderruflich zu Ende gegangen. Sinnbild des Ansehens des deutschen Edelweins waren nicht zuletzt die zahlreichen großformatigen Weinbaukarten, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nach und nach für die gesamte preußische Rheinprovinz angefertigt worden waren. Mit Blick auf die Reichsausstellung wurden sie zum Teil nochmals neu aufgelegt.

Doch wie waren die preußischen Rheinländer überhaupt zu dieser weltweit einmaligen Lagenklassifikation gekommen? Warum setzte sich nur die preußische Regierung so vehement für Winzer und Weinhändler ein? Was bedeuten die Weinbaukarten heute?

Zu dieser kulturgeschichtlichen Annäherung mit Dr. Daniel Deckers (Verantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart“, Frankfurter Allgemeine Zeitung) im Rahmen der BUGA-Veranstaltungsreihe des VGKM sind auch Gäste und Nichtmitglieder herzlich willkommen.

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelerheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr. 1/3