Das Denkmal für Kaiser Wilhelm am Deutschen Eck

Datum
Dienstag, 04.02.2014
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Hans-Jörg Jechel, Weißenthurm

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel erhebt sich auf einer markanten Landzunge das Denkmal für den deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888), das 1897 eingeweiht wurde.

Der Bau dieses Denkmalplatzes war eine durchgreifende Umgestaltung der Mündung von Rhein und Mosel. Die Moselmündung wurde um ca. 200 m nordwärts verlegt. Die neu erbaute, 3,36 Hektar große Landzunge hatte einzig die Aufgabe, eine würdige Plattform für das Denkmal zu bilden. Aufgrund ihrer markanten Form und ihrer Lage wird der Eindruck erzeugt, als würden die beiden Flüsse Rhein und Mosel die Landzunge hervorheben und somit ihre Wirkung unterstreichen. Erst dadurch ist es möglich, dass sich das Deutsche Eck als neu geschaffener Landschaftsteil gegen die Festung Ehrenbreitstein, di auf dem gegenüberliebenden Rheinufer auf einer langgestreckten, wuchtigen und steilaufragenden Felsformation steht, behaupten kann.

Auch die Stadt Koblenz mit ihrer kompakten Baumasse beeinträchtigt die Landspitze kaum in ihrer Wirkung, da sie an der schmalsten Seite dieses spitzwinkligen Dreiecks liegt. Die beiden längeren Seiten dieses Dreiecks werden von Wasser umspült, das somit ein weites, natürliches Vorfeld dieser Anlage bildet. Der hohe Baumbestand zwischen Denkmalkomplex und Stadt bewirkt eine zusätzliche optische Trennung zur Stadt hin. Somit präsentiert sich heute ein eigenständiges Personen- und Landschaftsmonument, das trotz seiner Größe die Silhouette der Stadt Koblenz nicht zerstört, sondern sie vielmehr ergänzt. Dies ist nicht zuletzt der Grund dafür, dass dieser Denkmalkomplex mit seiner markanten Lage am Zusammenfluss von Rhein und Mosel heute als das Wahrzeichen der Stadt Koblenz gilt.

Bei dem Vortrag im Landeshauptarchiv wird neben der Planungs- und Entstehungsgeschichte des Denkmals auch hinterfragt, warum rund 100 Jahre lang die herausragende Bedeutung dieses Stadtlandschaftsmonumentes nahezu in Vergessenheit geriet. Auch die Fragen, wohin der Kaiser schaut, warum die Bronze zweifarbig ist und warum das alte, im Krieg zerstörte kupferne Reiterstandbild durch ein bronzenes ersetzt wurde, werden in diesem Vortrag beantwortet.

Es erwartet die Zuhörer ein kenntnisreicher Vortrag zu dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Auch Nichtmitglieder des  VGKM sind herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstraße 1/3, 56068 Koblenz