Was für eine schöne Sache! Das "Deutsche Weinmuseum" - aus Koblenzer und Trierer Archivalien rekonstruiert

Datum
Dienstag, 04.06.2013
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Daniel Deckers, Frankfurt

Im Juli 1927 wurde in Trier das erste Deutsche Weinmuseum eingeweiht – nicht aus weinseliger Überheblichkeit, sondern als Kind der „Winzernot“ jener Jahre: Damals litten die deutschen Weinbauern und -händler unter einer Serie schlechter Weinjahre, aber auch unter dem geringen Ansehen Deutschlands und damit auch seines Weins. Ein Schaufenster der bis in die Römerzeit reichenden Weinkultur war ein Akt der Selbstachtung.

Das Museumsprojekt, das 1924 in die Wege geleitet wurde, war nicht unumstritten. Preußische Beamte, Repräsentanten der Weingüter und des Weinhandels kämpften gegen zahlreiche Widrigkeiten und Widerstände an. Gleichzeitig mit Trier bemühte sich Koblenz, ein Weinmuseum zu gründen. Obwohl dort 1925 die „Reichsausstellung Deutscher Wein“ stattfand, scheiterten die Pläne an Geldmangel, Raumnot und dem Unvermögen der Stadtverwaltung.

Nach einer kurzen Blüte wurde das Museum bald nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geschlossen. Als der Krieg zu Ende war, waren zahlreiche Exponate verloren gegangen. Die Hoffnung auf ein neues Weinmuseum hat sich bis heute nicht erfüllt.

Immerhin lässt sich die Geschichte des Weinmuseums erstmals rekonstruieren: Recherchen im Stadtarchiv Trier, im Stadtarchiv Koblenz sowie im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz haben Akten ans Licht gebracht, in denen sich ein weithin vergessenes Kapitel der Weinkulturgeschichte fast lückenlos erhalten hat.

Es erwartet die Zuhörer also ein Vortrag mit neuen Entdeckungen zu dem für die Region so zentralen Thema des Weinbaus; auch Nichtmitglieder des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins (VGKM) sind dazu herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr. 1/3, 56068 Koblenz