Das Mittelalter als barocke Inszenierung. Zum Umgang mit historischer Architektur in den Residenzstädten an Rhein und Mosel

Datum
Dienstag, 05.11.2013
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz

Zwar verfügt Rheinland-Pfalz in seinen Städten und Dörfern über eine Reihe von qualitätsvollen Sakralbauten aus dem Barock und Rokoko, doch insgesamt ist die Anzahl herausragender Bauten aus dieser Zeit überschaubar. Anders als die prominenten Barocklandschaften im südlichen bzw. südöstlichen Deutschland mussten sich die hiesigen Auftraggeber und Baumeister mit einem reichen Erbe an bereits vorhandenen, aus dem Mittelalter überlieferten Kirchenbauten auseinandersetzen. Dies führte zu einer eher konservativen, bewahrenden Haltung und beschränkte barocke Baumaßnahmen eher auf sparsame Ergänzungen. Doch selbst wenn eine mittelalterliche Kirche – wie etwa der Speyerer Dom oder St. Maximin in Trier – kriegsbedingt weitgehend oder sogar vollkommen zerstört waren, verzichtete man beim Wiederaufbau auf den damals modernen barocken Baustil. Hier wird vielleicht am eindrucksvollsten deutlich, wie sehr das Erbe hochkarätiger und geschichtsträchtiger mittelalterlicher Sakralarchitektur für die Bauherren und Baumeister in den Bischofsstädten an Rhein und Mosel zu einem Maßstab wurde, der unbedingt respektiert werden musste. Der Vortrag von Prof. Dr. Matthias Müller (Universität Mainz) zeigt anhand prominenter Beispiele, wie sich selbst so hochkarätige Barockarchitekten wie Franz Ignaz Michael Neumann mit dem Erbe der mittelalterlichen Baukunst auseinanderzusetzen hatten.
Es erwartet die Zuhörer ein kenntnisreicher Vortrag, der die berühmten Sakralbauten in Rheinland-Pfalz aus einem ungewohnten und interessanten Blickwinkel behandelt.
Auch Nichtmitglieder des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins (VGKM) sind dazu herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr. 1/3, 56068 Koblenz