Die Geschichte des Koblenzer Barbara-Denkmals

Datum
Dienstag, 07.10.2014
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Anton Steer, Koblenz

Von 1907 bis 1956 stand das Barbara-Denkmal an prominenter Stelle auf dem heutigen Friedrich-Ebert-Ring. Zurzeit wird seine Wiedererrichtung vorbereitet. Grund genug, sich mit seiner Geschichte zu befassen. Denkmäler sollen Geschichte bewusst machen. In diesem Sinne beleuchtet der Vortrag von Anton Steer zunächst den historischen Hintergrund der Entstehungszeit. Erläutert wird aber auch, warum die Heilige Barbara zur Schutzheiligen vor allem der Bergleute und der Artilleristen wurde:  Sie stand im Mittelalter für Tapferkeit, Mut und Treue zum Christentum. Sie hatte auch den Ruf, Hilfe zu gewähren wenn Angehörige gefährdeter Berufe in Not geraten waren. Das  Feld-Artillerie-Regiment 8, im 18.Jahrhundert die Kerntruppe  der Artilleristen in Koblenz, war 60 Jahre (1820 – 1880) hier stationiert. Danach wurde es umgegliedert und verlegt. Dennoch blieb es seiner ehemaligen Garnisonsstadt treu: Als 1902 bei einer Versammlung der Veteranen der Gedanke aufkam, zum Gedenken ihrer gefallenen Kameraden ein Denkmal zu errichten, wurde sofort Koblenz als Standort vorgeschlagen. Dort schrieb man einen Wettbewerb aus. Herausragende Figur des Siegerentwurfs war die Heilige Barbara. Zwei weitere allegorische Figuren - „Krieg“ und „Frieden“ – regten zum Nachdenken an.

1956 musste das Denkmal wegen der neuen Verkehrsführung abgebaut werden. Es wurde mehrfach umgelagert und schwer beschädigt. Versuche, es wieder aufzustellen, scheiterten. Einige Personen aber hielten die Erinnerung an das Denkmal wach. Auf diese Weise  wurde dem Vortragenden im Jahre 2010 das Schicksal des Denkmals bekannt gemacht. Er suchte nach einer neuen Vorgehensweise. Die Maßnahmen zur Wiedererrichtung sind Gegenstand des letzten Abschnittes  des Vortrages. Wenn das Denkmal wieder errichtet sein wird, soll es drei Ansprüche erfüllen: als  Kunstwerk, als Friedensdenkmal, und schließlich als Ort des Gedenkens für die Gefallenen der Einigungskriege von 1866 und 1870/71.

Auch Nichtmitglieder des VGKM sind herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstraße 1/3, 56068 Koblenz