Als Koblenz Französisch sprach

Datum
Dienstag, 07.12.2010
Uhrzeit
18:00 Uhr
Französische Sprache und Sprachpolitik im annektierten Rheinland 1794 - 1813. Vortrag von Herrn Dr. Wolfgang Hans Stein, Koblenz

Die Koblenzer nennen sich bereitwillig „Schängel“ und – wenn man dem Volksmund glauben darf – sind „Schängelcher“ nichts anderes als zurückgelassene Franzosenkinder. Die Koblenzer sind also eigentlich Franzosen und sollten so auch Französisch gesprochen haben. Nun, das haben sie natürlich nicht. Aber sprachliche Auswirkungen der ersten Franzosenzeit (1794-1813) sehen wir allenthalben recht gerne. Seltsam ist nur, dass von sprachlichen Auswirkungen der zweiten Franzosenzeit (1919/22 - 1930) dagegen kaum die Rede ist, obwohl die französischen Sprachkurse der französischen Besatzungsverwaltung doch noch den größten Zulauf hatten.
Das mag Anlass genug sein, der französischen Sprache und Sprachpolitik in den rheinischen Departements in der Zeit der Besetzung durch die französischen Revolutionstruppen (1794 - 1797), der Annexion durch Frankreich (1798 - 1802) und schließlich der Zugehörigkeit zu Frankreich (1802 - 1813) einmal nachzugehen. Dabei kann der vor einigen Jahren von Monika Schupp erhobene lokale Befund in den regionalen Zusammenhang von rheinischer Sprachgeschichte, Sprachpolitik der Französischen Revolution und dem Interesse der heutigem Romanistik am Französisch in Deutschland gestellt werden.
Auch wenn die Schängel weder Franzosen waren noch sind, lässt sich doch gerade in der lokalen und regionalen Sprache eine ganze Menge Französisches finden. 
Zu dem Vortrag sind Nichtmitglieder und Gäste wie immer herzlich willkommen!

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstr. 1/3