Die Bedeutung des Weines um 1500 am Beispiel der damaligen Weinstadt Mayen

Datum
Dienstag, 13.01.2009
Uhrzeit
18:00 Uhr
Vortrag von Herrn Dr. Berthold Prößler, Koblenz

Alle Welt kennt und schätzt die berühmten Weinlagen an Rhein und Mosel. Doch Mayen ist selbst ausgewiesenen Experten als Weinort weniger geläufig. Das war um 1500 ganz anders. Zahlreiche Weingärten umgaben die Stadt in der Eifel. Der Bedeutung des Weins als Wirtschaftsfaktor geht Dr. Berthold Prößler in seinem Vortrag am 13.01.2009 um 18 Uhr im Landeshauptarchiv Koblenz nach.
Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit hatte der Wein als typisch christliches Getränk, wenn auch mit Ursprüngen im Orient, eine noch größere Bedeutung als heute. Ritualisiertes Weintrinken bekräftigte Gemeinschaften und Loyalitäten, Freundschaften und Geschäftsabschlüsse. Gäste begrüßte und verabschiedete man mit Wein. Und als außerordentlich gesund galt er auch noch! Doch auch als Wirtschaftsfaktor spielte der Wein eine herausragende Rolle: Die Steuer auf Weinausschank war für viele Städte die wichtigste Einnahmequelle. Selbst Löhne wurden in Wein ausbezahlt. Entsprechend hoch war der Konsum: Um 1500 trank jeder Deutsche rund 150 Liter Wein im Jahr. Zum Vergleich: Heute liegt er bei knapp 40 Litern pro Person im Jahr.
In guter Tradition des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins wird wie jedes Jahr im Anschluss an den Vortrag mit einem Umtrunk der Beginn des neuen Jahres gefeiert. Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen.

Veranstalter
Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz e. V.
Veranstaltungsort
Landeshauptarchiv Koblenz, Karmeliterstraße