Überblick über die Geschichte des Vereins für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz

Nach dem Vorbild der 1881 ins Leben getretenen Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde in Köln beschloß am 26. 11. 1883 in Koblenz die Generalversammlung des neu zu gründenden Kunst-, Kunstgewerbe- und Alterthumsvereins eine Satzung, die die Pflege des Kunstsinnes und die Ausmittelung der noch vorhandenen Kunst- und Altertumsdenkmäler zu Vereinszielen erklärte. Ehrenvorsitzender sollte der jeweilige Oberpräsident der Rheinprovinz sein, erster geschäftsführender Vorsitzender wurde der Chef des Weinhandelshauses Deinhard, Julius Wegeler. Nach Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 wurde die Vereinssatzung erneuert: der Verein bildete drei Abteilungen mit je einem eigenen Vorsitzenden; für "Altertum" war das der königliche Staatsarchivar Dr. Becker, der auch 1881 und 1883 zu den Gründungsmitgliedern in Köln bzw. Koblenz gehört hatte.

Daß nur noch Museumsangelegenheiten, insbesondere die Betreuung der eigenen musealen Sammlungen, im Mittelpunkt der Interessen standen, zeigt die auf Betreiben seines neuen Vorsitzenden Dr. Eduard von Netten, bis 1903 Regierungspräsident in Trier, 1913 vorgenommene Umbenennung in "Coblenzer Museumsverein", in dem nur noch der Oberbürgermeister kraft Amtes Vorstandsmitglied blieb, während die satzungsmäßige Einbindung des Oberpräsidenten und damit des Staates weggefallen war.

Mit der Übernahme des Vorsitzes durch den Arzt und Stadthistoriker Dr. Fritz Michel 1920 bekam die Vereinsarbeit eine etwas stärkere historische Ausrichtung, die Michel nach vorübergehendem Rücktritt 1933 und erneutem Vorsitz ab 1935 auch beibehielt, ebenso übrigens wie das nicht mehr zeitübliche Wahlrecht der Mitglieder für die Vorstandsämter, auch wenn sich der Vorsitzende seit 1937 Vereinsführer nennen musste. Indes blieb der museale Schwerpunkt in der Satzung bestehen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges genehmigte die französische Militärregierung zwar am 18. 7. 1946 die Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit, doch hatte die Stadt Koblenz die musealen Sammlungen übernommen, so dass der Vorstand eine neue Satzung mit überwiegend historischen Akzenten ausarbeitete, die auf der Mitgliedersammlung am 15. 8. 1949 genehmigt wurde. Damit war der Verein für Geschichte und Kunst des Mittelrheins zu Koblenz ins Leben getreten, dessen Satzung nach geringfügigen Änderungen 1953 in das Vereinsregister eingetragen wurde.

Seitdem hat sich der Verein unter der Leitung der jeweiligen Direktoren des Staatsarchivs bzw. Landeshauptarchivs Koblenz (1952 Dr. Aloys Schmidt, 1965 Dr. Otto Graf Looz von Corswaren, 1973 Prof. Dr. Franz-Josef Heyen, 1991 Prof. Dr. Heinz-Günther Borck) mit der Pflege von Regionalgeschichte und Kunst hauptsächlich durch Vortrags- und Exkursionsveranstaltungen, Ausstellungsbesuche, aber auch durch Veröffentlichungen beschäftigt. 1999 konnte der Verein unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit sein 50jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsveranstaltung feiern, die einen musikalischen Überblick über 100 Jahre deutscher Geschichte in Liedern und Hymnen gab.

Die Vereinsveranstaltungen sind seit 1999 auf den Internetseiten der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz zu finden.
 

Gez. Prof. Dr. Heinz-Günther Borck , im Juni 2005
 


Weitere Dokumente: Rede des Vereinsvorsitzenden Dr. Heinz-Günther Borck anläßlich des 50. Jahrestages der Vereinsgründung (Adobe PDF; 60kB)